Legendaere Tore in sueditalienischer Kleinstadt

Während meiner Reise nach Italien gelang ich in eine Kleinstadt südlich von Neapel. Dort sollte ich übernachten, da ich sehr müde war und gar nicht imstande weiter zu fahren. In einer der Hauptstraßen fand ich ein gemütliches Hotel. Das Interessanteste in ihm war der Eingang. Ein massives Tor mit schonen Geländer empfing die Gäste. Erst nach dem Gespräch mit dem Empfangschef, wurde es mir klar, dass dieses Gebäude eine seltsame Geschichte hat. Der Legende nach solle dort in der vorigen Epoche eine bildschöne Dame wohnen, um deren Hand alle reichen Italiener aus dem ganzen Land bitten. Sogar der Prinz solle von ihrer Schönheit bezaubert werden. Diese Dame wolle aber keinen von den Verehrern, da sie fest entschieden gewesen sei, dass sie dem Gott gehöre und ihr ganzes Leben Ihm opfern wolle. Letzten Endes solle sie in einem Brand ums Leben kommen- sie habe versucht, ihr Leben mit einem Sprung aus dem von Geländer umgebenen Balkon zu retten. Vergebens solle sie wegen der erleidenden Verletzungen sterben. Seit dieser Zeit hinterlässt jeder junge Mann, der in diese Kleinstadt reinfährt, eine Rose im Stadttor (so sollen auch die Verehrer gemacht haben, als sie von dem Tod ihrer Geliebten erfuhren). Das soll, dem Aberglauben nach, die Geborgenheit seiner Geliebte sichern. Im Hotel dürfen zurzeit nur Frauen übernachten. Die beiden Tore sind jetzt nebenbei interessante architektonische Denkmäler. Die Gedanken an die gehörte Geschichte ließen mich lange nicht einschlafen.